TV Stetten Abteilung Handball

Chronik der Handballabteilung

1945

Schon einige Monate nach Kriegsende, im Herbst 1945, trafen sich die ersten Spieler auf Veranlaßung von Gustav Kögel und Adolf Weckerle im „Hirsch“ und beschlossen, wieder Handball zu spielen. Das Rückrat der Mannschaft bildeten die Spieler des Jahrgangs 1920, um den Abwehrorganisator Otto Seyerle, aus der Vorkriegs-A-Jugend.

Damals noch im Rahmen des Turn-und Gesangvereins. Nach einer Bestimmung der Alliierten Besatzungsmächte durfte in jeder Gemeinde nur 1 Verein existieren, so daß sich Turner und Sänger unter einem Dach zusammengeschlossen hatten.

1946

Im September 1946 wurde offiziell der Spielbetrieb aufgenommen. Mit dem Holzvergaser von Ernst Jost oder mit den Fahrrädern fuhr man zu den Auswärtsspielen. Die Heimspiele wurden weiterhin auf dem Sportplatz am Wald ausgetragen.

Man spielte gegen Heppach, Beutelsbach, Oeffingen, Grunbach, Endersbach, Hebsack und Waiblingen.

In der Saison 1946/47 erreichte die 1. Mannschaft auf Anhieb den 2. Platz und verfehlte nur knapp den Aufstieg.

Trainiert wurde einmal in der Woche und des öfteren wanderte man auch zum Georgihaus, um bei der dort trainierenden Turngemeinde Esslingen unter ihrem damaligen Trainer Paul Kenner ein paar Spielzüge abzukupfern.

Bald gab es zusätzlich eine 2. Mannschaft und eine A-Jugend, die allerdings auseinanderfiel, als die besten A-Jugendlichen zu den Männern aufrückten.

Auch die Frauen versuchten sich 1946/47 erstmals im Handballspielen. Diese Mannschaft bestand

ca. 1 Jahr, trat allerdings lediglich bei Freundschaftsspielen in Erscheinung.

An verschiedenen auswärtigen Turnieren (z.B. dem Cannstatter und dem Esslinger Marktplatzturnier) nahmen die Stettener mit Erfolg teil.

Zu den Handballspielern aus Rosenheim/Bayern entwickelte sich eine besondere, langjährige Beziehung. Sie waren im Frühjahr 1946 zum erstenmal nach Stetten gekommen. Im Herbst desselben Jahres fuhren dann die "Blau-Gelben" mit ihren Freundinnen in einem Sonderzug der Reichsbahn nach Rosenheim.

Dafür brauchte man extra eine Genehmigung der Militärregierung, da Bayern außerhalb des Besatzungsbezirkes Waiblingen lag.

Die Reisekosten finanzierte man über den Verkauf von Schnaps und Wein auf dem schwarzen Markt.

Auch der erste Lederball wurde in Naturalien bezahlt. Den Müttern wurden "hählenga" Eier und Mehl abgezwackt, damit man den Sattler bezahlen konnte.

Aus dieser Zeit stammt auch das Handballied: "Wenn Blau und Gelb nach auswärts ziehn beginnt ein lustig Handballspiel....".

1947

Während die Punktrunde weiterhin auf dem Großfeld ausgetragen wurde, fand 1947 das 1.Stettener Kleinfeldturnier statt. Und zwar auf dem Hartplatz beim Freibad, der noch von der früheren Unteroffiziersschule angelegt worden war. Dieses Turnier entwickelte eine lange Tradition.

1948

Bis Ende 1948 spielte man auf dem Sportplatz am Lobenroder Weg. Dieser wurde aufgegeben (und später wieder aufgeforstet).

1949

Anfang 1949 wurde der Sportplatz entlang der Sportplatzstraße mit Festzug und Rummelplatz eingeweiht.

Aber die Stettener machten nicht nur durch ihre sportlichen Erfolge und ihre Kameradschaft von sich reden:

1949 fand anläßlich der Kellereinweihung der neuen Kelter ein Pflichtspiel gegen den Tabellenführer aus Schorndorf statt, das überzeugend mit 7:1 Toren gewonnen wurde. Noch heute spricht man von der wirkungsvollen Manndeckung, die Alfred Beck gegen den "Negus", den "schwarzen Teufel" aus Schorndorf, praktizierte. Dieser war danach nie mehr in Stetten gesehen.

Die Schorndorfer legten gegen dieses Spiel Protest ein, mit der Begründung, bei Stetten hätten "besoffene Spieler mitgespielt, die furchtbar nach Schnaps gestunken hätten".

Der Protest wurde zurückgewiesen.

Auch von einem "heißen" Spiel in Schwaikheim wird berichtet, wo man ohne sich umzuziehen sofort abfahren mußte, um dem Zorn der dortigen Spieler und Zuschauer zu entgehen.