Chronik der Handballabteilung
1971
Stettener Sporthalle eingeäschert
Brand forderte für 300.000,- DM Sachschaden
Das durchdringende Geheul der Feuerwehrsirene riss in der Nacht zum Mittwoch die Bewohner von Stetten aus dem Schlaf. Die Turn- und Festhalle des Sportvereins brannte. Haushoch schlugen bereits die Flammen aus dem Dach des Gebäudes, als die Freiwillige Feuerwehr Stetten gegen 02:30 Uhr eintraf. Innerhalb weniger Stunden war die hauptsächlich aus Holz bestehende Halle bis auf die Grundmauern abgebrannt. Der Sachschaden wird auf rund 300.000,- DM geschätzt.
Die Brandursache ist noch ungeklärt.
Ein Nachbar hatte das Feuer bemerkt und per Telefon Alarm geschlagen. Wenige Minuten später rasten die Autos der Feuerwehr durch die menschenleeren Straßen. Inzwischen hatten sich die meterhohen Flammen zu einer riesigen Feuerbrunst ausgebreitet. Die Feuerwehr, die mit sechs Schläuchen und letztem Einsatz löschte, konnte am Gebäude selbst nichts mehr retten. Es gelang ihr aber, die umliegenden Häuser vor dem "roten Hahn" zu schützen. Nach etwa zwei Stunden fanden die Flammen keine Nahrung mehr und erstickten. Nur noch einzelne Funken glühten in der riesigen Halle. Ein Bild der Verwüstung bot sich dar. Die Turn- und Festhalle –ganzer Stolz des Turnvereins Stetten- ist nicht mehr.
Keiner der Sportler, die wenige Stunden zuvor noch ihr normales Training in der Sporthalle absolviert hatten, ahnte wohl, dass davon kurze Zeit später nur noch Schutt und Asche übrig war. Wie an jedem Übungsabend erfrischten sich die Aktiven auch an diesem Abend mit einem kühlen Bier im oben gelegenen Schankraum. Nach ersten Ermittlungen muss das Feuer dort ausgebrochen sein.
Gegen 01:45 Uhr verließen die letzten Gäste und auch das Personal die Wirtschaftsräume, ohne dass ihnen etwas Verdächtiges aufgefallen ist.
Etwa 40 Minuten später züngelten bereits die ersten Flammen an den Holzbalken. Wie Augenzeugen berichteten, brannte zunächst der Dachstuhl. Das Feuer soll sich dann in Windeseile über das ganze Obergeschoss ausgebreitet haben. An dem massiven Anbau, in dem sich Dusch- und Umkleideräume befinde, entstand kein Schaden.
Neben der Freiwilligen Feuerwehr Stetten, die bis in die gestrigen Vormittagsstunden eine Wacheeingerichtet hatte, war auch Kreisbrandmeister Idler vom Landratsamt Waiblingen und die Kriminalpolizei im Einsatz. Nach ersten Meldungen erscheint Brandstiftung ausgeschlossen; die Polizei untersucht jedoch gegenwärtig einige Spuren. Ein massiver Abfalleimer, der ziemlich unversehrt aus dem Trümmern geborgen werden konnte, kann möglicherweise über die Brandursache Aufschluss geben.
Mit der Frage, wie nun der Trainingsbetrieb weitergehen soll, wird man sich in Stetten in nächster Zeit beschäftigen müssen. Noch ist es unklar, ob die Turn- und Festhalle an gleicher Stelle wieder aufgebaut werden soll, oder ob mit Hilfe der Gemeinde eine völlig neue, größere Halle erstellt wird.
Fellbacher Zeitung 04.März 1971
Doch es gab auch einen sportlichen Höhepunkt. Im Entscheidungsspiel in Schorndorf um den Aufstieg in die Bezirksliga auf Großfeld unterlag man knapp mit 14:15 Toren gegen Oeffingen.
In dieser sportlichen schweren Zeit übernahm G.A. Weisz an der Jahreshauptversammlung die am 25.02.1971 statt fand die Abteilungsführung.
Der bisherige Abteilungsleiter Hans Dieter Bayer, der die Geschicke der Abteilung über mehr als 5 Jahre geleitet hatte, konnte aus verschiedenen Gründen nicht mehr für dieses Amt kandidieren.
Als neuer Abteilungsleiter stellte sich Gustav Weisz zur Verfügung; er wurde einstimmig für die nächsten zwei Jahre gewählt.
Die neue Spitze der Abteilung sieht – nachdem auch der Jugendleiter und zwei Beisitzer wiedergewählt wurden – wie folgt aus:
1. Abteilungsleiter Gustav Weisz
2. Abteilungsleiter Günter Weber
Jugendleiter Otto Bosch
Schriftführer Walter Beck
Beisitzer Rudolf Eißele
Beisitzer Heini Eißele
Beisitzer Karl Beck
Beisitzer Helga Wilhelm
Zum Abschluss seiner Amtszeit konnte Hans Dieter Bayer an der Jahreshauptversammlung des TV Stetten, wo im für seine aufopfernde Arbeit gedankt wurde, von zehn Feld- und zwölf Hallenmannschaften berichten, wobei es die 1.Männermannschaft und die E-Jugend zu Meisterschaften brachten.
Renate Zatti hatte den TV Stetten in der Kreisauswahl vertreten.
Durch die fehlenden Trainingsmöglichkeiten stagnierte in der Folgezeit die Leistungen der Aktiven und der Jugendlichen.
Man versuchte nun sämtliche Möglichkeiten wahr zu nehmen, um die Spielpraxis nicht zu verlieren und besuchte Turniere. So unter anderem ein internationales Turnier in Zug in der Schweiz, wo man einen überraschenden 2.Platz errang.
Vom 1.-5. Juni fand das zweite Stettener Vereinsturnier statt. Am Turnier nahmen die folgenden Mannschaften teil:
Gemeindeverwaltung, Anstalt Stetten, Gesangverein, Musilverein, HHO, Schützengilde und die Feuerwehr.
Eine Werbung für das Feldhandballspiel
Spannend bis zum Schlußpiff
Oeffingen siegte knapp und wurde Kreismeister
Schorndorf 25.Juli 19971
Der Kreismeister 1971 des Handballkreises Rems heißt bei den Feldhandballern Turnverein Oeffingen. Nach einem schönen, interessanten und bis zur letzten Sekunde überaus spannenden Spiel besiegten die Oeffinger den TV Stetten mit 15:14 Toren, nachdem es lange nach einem Stettener Erfolg ausgesehen hatte.
Für die Jugendarbeit konnte in dieser Zeit J.Schwarz gewonnen werden. Unter denkbar schlechten Voraussetzungen wurde jedoch ausgezeichnete Jugendarbeit geleistet. Ein Zeichen für die systematische Aufbauarbeit und eine Bestätigung dafür, ist das gute Abschneiden der Jugendmannschaften in den Wettbewerben. Denn die Titel eines Kreismeisters oder Vizemeisters holten sich seit1974 die A-,B-,C-,D-,und E-Jugend im Wechsel. Irgendeine Jugendmannschaft aus Stetten war immer vorne mit dabei.
Vom Kreis Rems wurde der TV im Jahre 1978 für die beste Jugendarbeit im Kreis ausgezeichnet.
1976
Zu Ostern trafen sich die Handballfreunde aus der französischen Partnergemeinde St. Pierre zu einem Freundschaftstreffen in Stetten. Der Gegenbesuch fand ein Jahr später im Mai statt.
In diesem Jahr hatte auch das "SSS-Turnier" für AH-Mannschaften Weltpremiere. Dieser Dreikampf bestand aus Singen, Spielen und einer Weinprobe.
1978
Fritz Braun wird Abteilungsleiter
Nach Abschluß der Kleinfeldrunde in der Kreisklasse II belegte die 1.Männermannschaft den letzten Platz mit 1:19 Punkten und 125:188 Toren und steigen dadurch in die Kreisklasse III ab.
In der Feldrunde belegte die M.A-Jugend den 2.Platz hinter der Mannschaft aus Schorndorf.
1979
Zum Abschluß der Kleinfeldrunde in der Kreisklasse III belegte die 1.Männermannschaft nur den letzten Platz mit 1:19 Punkten und 103:195 Toren.
Feierte man das 50-jährige Jubiläum vom 7. bis 15. Juli.
9 Tage lang präsentierte man für jeden etwas. Folklore, Disco, Volksmusik und eine Show mit internationalen Gästen. Auf der sportlichen Seite wurde geboten: Jugendturniere, Kreisauswahlspiele, Vereinsturnier, Tauziehen und das Jubiläumsspiel VFL Waiblingen - KFUM Fredericia/Dänemark.
Nach 8 Jahren Wartezeit wurden den Handballer des TV zur Hallenrunde 79/80 wieder gute Trainingsmöglichkeiten durch die Fertigstellung der Rumold-Sporthalle in Rommelshausen geboten.
Für die aktiven Mannschaften konnte der Ex-Nationalspieler G.Heger als erfahrener Trainer gewonnen werden. 10 Mannschaften nahmen an dieser Hallenrunde teil.
Unter dem neuen Trainer kam nun frischer Wind in die aktive Mannschaft.
Das noch vorhandene Spielermaterial wurde ergänzt durch A-Jugendspieler, die nun in die 1.Mannschaft aufstiegen. Somit ergab sich eine gute Mischung aus erfahrenen und jugendlichen Spielern.
Diese erste Hallenrunde zeigte, daß die Mannschaft einige Talente besaß, die für größere Aufgaben Fähigkeiten hatten. So war die Hallenrunde 79/80 nur dem Neuaufbau gewidmet.